Definition
ABI Encoding ist ein Mechanismus, der menschenlesbare Funktionssignaturen und strukturierte Daten in eine Low-Level-Binärdarstellung umwandelt, die durch eine Application Binary Interface (ABI) definiert ist. Er legt exakt fest, wie Argumente, Rückgabewerte und komplexe Datentypen in Bytes angeordnet werden, damit Smart Contracts und externe Aufrufer sie konsistent interpretieren. Wenn die ABI-Regeln befolgt werden, können verschiedene Tools, Wallets und Anwendungen ohne Unklarheiten über das Datenformat mit demselben Contract interagieren.
Dieses Encoding ist zentral für Contract-Aufrufe, Event-Logs und Datenspeicherformate auf vielen Smart-Contract-Plattformen. Es stellt sicher, dass ein Contract beim Aufruf einer Funktion seine Parameter in einer vorhersagbaren Reihenfolge und Größe erhält und dass zurückgegebene Werte korrekt dekodiert werden. Ohne ABI Encoding würden On-Chain- und Off-Chain-Komponenten keine gemeinsame Sprache haben, um strukturierte Daten mit Smart Contracts auszutauschen.
Kontext und Verwendung
ABI Encoding wird typischerweise zusammen mit einer ABI-Spezifikation definiert, die die Funktionen, Events und Datentypen auflistet, die ein Smart Contract nach außen bereitstellt. Wenn eine Transaktion auf eine Contract-Funktion abzielt, wird das Call-Data-Feld mithilfe von ABI Encoding konstruiert, damit der Contract die Funktion identifizieren und ihre Eingaben parsen kann. Dieselben Regeln gelten beim Dekodieren von Event-Logs oder beim Interpretieren von Daten, die aus der Contract-Ausführung zurückgegeben werden.
In der Praxis fungiert ABI Encoding als Brücke zwischen höherstufigen Programmiersprachen und der Low-Level-Virtual Machine, die Smart Contracts ausführt. Es ermöglicht On-Chain-Logik und Off-Chain-Anwendungen, ein gemeinsames, deterministisches Datenformat zu teilen und reduziert Fehler, die durch nicht übereinstimmende Typen oder Reihenfolgen entstehen. Der Begriff ist eng mit der ABI selbst verknüpft, die das Schema definiert, dem der Encoding-Mechanismus folgen muss.