Definition
Eine AMM-Kurve ist ein deterministischer Preismechanismus, der die Beziehung zwischen Token-Reserven in einem Automated-Market-Maker-Pool und dem impliziten Wechselkurs zwischen diesen Tokens abbildet. Sie wird als mathematische Funktion oder Invariante ausgedrückt, die vor und nach jedem Trade erfüllt sein muss. Durch die Durchsetzung dieser Funktion steuert die AMM-Kurve, wie sich Preise aktualisieren, wenn Liquidität hinzugefügt, entfernt oder gegen den Pool gehandelt wird.
Verschiedene AMM-Designs implementieren unterschiedliche Kurven, um bestimmte Marktverhalten zu erreichen, etwa Constant-Product-, Constant-Sum- oder hybride Formulierungen. Die Form der AMM-Kurve bestimmt direkt, wie empfindlich Preise auf die Handelsgröße reagieren, wie Liquidität über Preisbereiche verteilt wird und wie sich Slippage für Trader:innen manifestiert, die mit dem Pool interagieren.
Kontext und Verwendung
Innerhalb eines AMM dient die Kurve als Kernmechanismus, der traditionelle Orderbücher ersetzt, indem sie Preise algorithmisch aus On-Chain-Liquidität stellt. Die Parameter und die funktionale Form der Kurve kodieren das Risikoprofil des Pools, seine Kapitaleffizienz und seine Reaktionsfähigkeit auf Ungleichgewichte zwischen Token-Reserven. Da sie vollständig spezifiziert und transparent ist, ermöglicht die AMM-Kurve On-Chain-Teilnehmern, vorherzusehen, wie sich Preise für jede hypothetische Handelsgröße bewegen werden.
Im dezentralen Finanzwesen werden AMM-Kurven verwendet, um die Preisbildung für Spot-Swaps, Stable-Asset-Paare und spezialisiertere Liquiditätskonfigurationen zu formalisieren. Protokolldesigner wählen oder passen eine AMM-Kurve an, um sie mit dem vorgesehenen Anwendungsfall in Einklang zu bringen, etwa um Preisabweichungen für korrelierte Assets zu minimieren oder weite Preisbereiche für volatile Paare zu unterstützen. Als Mechanismus ist die AMM-Kurve zentral dafür, wie AMM-basierte Märkte Preise entdecken und On-Chain-Liquidität steuern.