Definition
Ein Basis-Trade ist ein Trading-Konzept, das sich auf den Preisunterschied – die „Basis“ – zwischen einem Asset am Spotmarkt und den dazugehörigen Futures- oder Perpetual-Futures-Kontrakten konzentriert. Die Basis zeigt, wie stark sich die Derivatepreise vom aktuellen Marktpreis des zugrunde liegenden Assets unterscheiden. Das geschieht häufig aufgrund von Faktoren wie Funding-Rate-Dynamiken, Nachfrage nach Leverage und Markterwartungen. In Kryptomärkten werden Basis-Trades typischerweise marktneutral strukturiert, mit dem Ziel, genau diesen Preisunterschied zu isolieren, statt ein direktionales Exposure auf das Asset selbst einzugehen.
Da die Basis von Derivate-Positionierung, Open Interest und den Kosten für das Halten eines Exposures über Futures oder Perpetual Futures beeinflusst wird, kann sie sich unabhängig vom Spotpreis des zugrunde liegenden Assets bewegen. Ein Basis-Trade umfasst konzeptionell das Eingehen gegenläufiger Positionen an Spot- und Derivatemärkten, um diesen Spread einzufangen. Die Kernidee des Trades besteht darin, die Konvergenz oder das Fortbestehen der Basis zu monetarisieren und gleichzeitig die Sensitivität gegenüber reinen Preisbewegungen des zugrunde liegenden Assets zu minimieren.
Kontext und Verwendung
In Krypto-Derivatemärkten sind Basis-Trades eng mit der Preisstruktur von Futures und Perpetual Futures im Verhältnis zum Spotmarkt verknüpft. Wenn Derivate mit einem Auf- oder Abschlag zum Spot gehandelt werden, quantifiziert die Basis diese Abweichung und wird zu einem Ziel für spezialisierte Trader. Ein hohes Open Interest an den Derivatemärkten kann diese Preisdifferenzen verstärken oder aufrechterhalten und damit die Attraktivität und das Risikoprofil basisorientierter Strategien prägen.
Funding-Rate-Mechanismen in Perpetual Futures sind ein zentraler Treiber der Basis im Zeitverlauf, da sie die Kosten oder den Ertrag des Haltens von Long- oder Short-Positionen in diesen Kontrakten beeinflussen. Als Konzept schreibt ein Basis-Trade keine spezifische Umsetzung vor, sondern beschreibt eine Gruppe marktneutraler Ansätze, die auf die systematische Ausnutzung von Preisunterschieden zwischen Spot- und Derivatemärkten ausgerichtet sind. Er ist besonders relevant in Märkten, in denen Derivate-Liquidität, Leverage-Nutzung und strukturelle Ungleichgewichte in der Nachfrage zu anhaltenden oder volatilen Abweichungen zwischen Spot- und Futures-Preisen führen.